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Stimmt`s? Volksweisheiten unter der Lupe

„Das Auge isst mit."
Stimmt! Wir essen nicht nur mit Mund und Zähnen. Am Geschmack sind viele verschiedene Eindrücke unserer fünf Sinne beteiligt. Die Nase riecht, die Zunge unterscheidet zwischen süß, sauer, oder scharf, unser Tastsinn nimmt Form und Beschaffenheit wahr, sogar die Ohren hören ganz genau beim Kauen zu. Auch das Auge isst natürlich mit. Um das alles wahrzunehmen, brauchst du Ruhe beim Essen. Wer im Gehen isst, oder zwischendurch immer wieder schnell was nascht, merkt gar nicht, ob es ihm wirklich schmeckt oder ob er überhaupt noch Hunger hat. Das Sättigungsgefühl setzt nämlich erst nach etwa 15 Minuten ein. Und noch ein kleiner Tipp: Mit Freunden und Familie an einem liebevoll gedeckten Tisch und ohne Computer, Radio und Fernsehen im Hintergrund schmeckt es am besten.
 
 
„Gekochten Spinat darf man nicht wieder aufwärmen."
Nicht ganz! Ein Gerücht aus alten Zeiten, sagen die Experten und erläutern es mit der Kochtradition der Familien von früher. Damals wurde oft Spinat in einem großen Topf für die ganze Woche gekocht. Der Topf stand meistens tagelang auf dem Herd und wurde immer wieder aufgewärmt. Durch diese ständige Wärme entstand Nitrit - eine Substanz, die vor allem für Kinder gefährlich sein kann. Wer heute anders kocht, darf Spinat wieder aufwärmen. Wichtig ist, dass Spinat nicht stundenlang auf der warmen Kochplatte steht und zwischen den Mahlzeiten immer schnell im Kühlschrank kaltgestellt wird.
 
 
„Mir läuft das Wasser im Mund zusammen."
Nicht ganz! Das empfinden wir oft so, wenn wir großen Hunger haben und ein leckeres Essen vor uns sehen. In der Tat fließt mehr Speichel in den Mund jedoch erst, nachdem wir mit Essen und Trinken angefangen haben. Ein bis zwei Liter Speichel am Tag sorgen für einen gleitfähigen Transport der zerkauten Nahrung. Außerdem können wir durch den Speichel besser schmecken. Die darin enthaltenen Enzyme greifen die zerkaute Nahrung an und setzen schon im Mund den Verdauungsprozess in Gang. So kann der Körper die einzelnen Nahrungsmittel-Bausteine besser aufnehmen.
 
 
„Brot macht dick!"
Geflunkert! Erstens macht kein Lebensmittel an sich dick, sondern nur, wenn man insgesamt mehr Kalorien aufnimmt, als man verbraucht. Zweitens sind gerade kohlenhydratreiche Produkte (Brot, Kartoffeln und andere Getreideprodukte) besonders freundlich für die Linie. Unser Körper entfaltet nämlich selbst Energie, um Kohlenhydrate zu verbrennen, Fett hingegen, lagert er viel einfacher auf die Hüften, ohne dabei hart arbeiten zu müssen.

 
„Spinat enthält viel Eisen"
Ertappt! Jahrzehntelang wurden Kinder „gequält" wegen eines Kommas, das in einem Forschungsbericht versehentlich falsch gesetzt wurde. Spinat wurde durch dieses Versehen zum Super-Eisenlieferant gekürt. Spinat und Gemüse liefern zwar tatsächlich Eisen und sind auch sonst gesund, für die Deckung des Eisenbedarfs werden jedoch generell tierische Lebensmittel empfohlen. Sie enthalten das so genannte 2-wertige Eisen, das unser Körper viel besser verwerten kann.
 
 
 
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